
Ben E., Kopf der Band Le Fits aus Oakland, verarbeitet auf dem zweiten Longplayer „Sportif“ soliden Gitarrenpop. Um das Ganze aufzupeppen, werden den Songs allerlei instrumentale Feinheiten und Gesangsakrobatik beigemischt. Die Stimmlage bewegt sich so in einigen Songs - etwa dem Opener „Revolutionary Man“ - in Richtung Talking Heads, wenn gerade Melodie-Linien plötzlich einen Knick bekommen. Dazu wird der Gesang nervös, hibbelig in die Höhe getrieben. Plötzlich verbiegt sich der Gesamteindruck in eine kurvenreiche Strecke. Mit dem Gefühl, es irgendwann schon gehört zu haben, fließt „Sign Language“ mit seinem Orgelrefrain sofort ins Ohr. Holprig verzwickte Tonfolgen aus Blockflöte und diversen Geräuschen werden in „17 Hours“ irgendwie zu Musik, während sich die Stimme zu den experimentierfreudigen Klängen hemmungslos in alle Richtungen bewegt.
Viele der nachfolgenden Songs hingegen fahren auf der Singer/ Songwriter-Schiene mit viel Akustikgitarre, Klaviereinlagen und behutsamem Gesang. Auch diese Bedachtsamkeit wird mit kleinen Einlagen verschiedener Klänge, die sich spontan einschleichen, unterbrochen. Mit seinem übersteuerten piepsigen Anfang und den ebenso kurzzeitig aufschrillenden Gitarren wird den Nebengeräuschen in „Psychic Voodoo“ genauso viel Aufmerksamkeit zugewandt wie dem Hauptteil selbst. In „Magic Potion“ schließlich werden alle Instrumente in diesem einen Stück wieder herausgehört. So erhält jeder Track seine eigene besondere Note. Diese Strategie ist die sichere Garantie des Widererkennens.
1. Revolutionary Man
2. Sign Language
3. 17 Hours
4. Two Kids
5. Un-Say is Best
6. Pantache
7. Psychic Voodoo
8. The Glass
9. A Good Man is Hard to Fine
10. Le Razoir
11. Magic Potion
12. Lovers
13. Sleepwalker
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