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Lowgold

Lowgold

Promise Lands

 

Release-Datum: 25.04.08

Label:  Cooking Vinyl

Format: Album

Review:  Martina

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Der Himmel ist mit schwarzen Wolken behangen, die Häuser darunter in das gleiche matte, trostlose Grau gehüllt. Ein schmaler, hellblauer Streifen am Horizont ist der einzige Lichtblick über dieser Stadt. Ein Panorama, das das neue Lowgold-Album mit gedeckten Farben an den Horizont malt. Denn diese dunkle Wolke aus schleppendem Gitarrenpop mit schlaftrunkenem Gesang schiebt sich wie das Durchlaufen der Körner in einer Sanduhr durch die zehn Songs. Im Zeitlupentempo schwirren elegische Gitarrenmelodien um Darren Fords bedrückende Stimme. Selbst die Drums passen sich mit ihrem gewichtigen, tropfenden Tempo mitleidig klingend an. Leise, kaum wahrnehmbare synthetische Hintergrundsamples oder klagende Streicherarrangements ergänzen die dämmrige Behäbigkeit. Die melancholische Wolke schwebt weiter über das gelobte Land. Die Instrumente werden dynamischer und geben den Melodien mehr Antrieb, trotzdem bleibt diese gedrückte Bedecktheit in der Stimme im Vordergrund - selbst im rockigen, mit aufgedrehtem Saiteninstrument gespielten „Dead Sea“. Dieses Zusammenspiel aus Harmonie und Trübheit verleiht den Songs eine gewisse Schwerelosigkeit, wie bei einem Sturm, in dem die hellen und dunklen Wolken sich in Licht und Schatten abwechseln. So entstehen schmeichelnde Ohrwurmmelodien wie etwa in „Just Like Skin“, die sich so lang gezogen gespielt erst in ihrer wahren Größe entfalten können. Funktioniert auch im triefend schleichenden „Flame“, wo die Musik den Gesang ganz behutsam begleitet, fast so als wäre es etwas zerbrechlich Empfindliches, das in Watte transportiert werden müsste.

„The Song Is Over“ öffnet sich mit dumpf unterdrückten Gitarren, die zwischenzeitlich aufbrausen, um nicht zu ersticken, begleitet von hämmernden pulsierenden Drums, die mit schwebenden Chören angereichert werden und so hymnischen Charakterzügen entwickeln. Wieder erscheint die sich dem Ende zuneigende Sanduhr und erweckt den Eindruck, dass zum Schluss die letzten Sandkörner wie in einem Strudel durch die Öffnung wirbeln. Danach verziehen die dunklen Wolken und der Himmel öffnet sich, um das Sonnenlicht durchbrechen zu lassen.

 

Tracklisting

1. Clear
2. Burning Embers
3. Just Like Skin
4. Don't Let Love In
5. Flame
6. When The Song Is Over
7. Dead Sea
8. Nothing Stays The Same
9. Farmer's Tale
10. Hope & Reason

soundmag.de-Bewertung

8 / 10

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www.lowgold.co.uk

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