
Fast hätte es noch geklappt mit dem “Ryan Adams 3 in 1“-Paket. Nun erscheint der dritte Teil des Adamschen Monsteroutputs knapp in 2006 – zumindest bei uns in Deutschland. Nach Breitwandfolk auf „Cold Roses“ und ländlichem Alt.Country auf „Jacksonville City Nights“ wird es auf „29“ noch mal schön persönlich und intim. Mit minimaler Instrumentierung und maximaler Emotion in der Stimme. Ursprünglich sollte jeder der neun Songs gar neun Minuten dauern. Das war am Ende wohl zuviel des Guten, jetzt begnügt sich Adams mit 5- bis 7-Minütern und ist damit mal wieder auf der sicheren Seite, wenn es darum geht, Radioeinsätze zu verhindern.
Aber selbst mit 3:30 wäre das wahrscheinlich schwierig geworden. Denn vieles auf „29“ ist spröde und in seiner dunklen Melancholie niederdrückend. Songtitel wie „Carolina Rain“ und „The Sadness“ brüllen die Stimmung schon plakativ vom Cover. „Twenty Nine“ baut noch bluesig die Brücke hinaus aus Jacksonville. Doch schon anschließend macht sich gepflegte Nachtträumerei und flehendes Begehren breit. „Nightbirds“ ist ein erster, früher Höhepunkt, der an große Momente in „Sylvia Plath“ oder „The Shadowlands“ erinnert. Anschließend: Songs voller Klavier, sparsamer Streicher und der Akustikgitarre. Mal countryinfiziert, oft voll beeindruckender Einfachheit.
Angesichts der von Ryan Adams in nur einem Jahr bearbeiteten Stilrichtungen und der schieren Qualität seines enormen Outputs, bleiben am Ende – mal wieder - nur ein offener Mund und viel Respekt.
1. Twenty Nine
2. Strawberry Wine
3. Nightbirds
4. Blue Shy Blues
5. Carolina Rain
6. Starlite Diner
7. The Sadness
8. Elizabeth, You Were Born To Play That Part
9. Voices
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