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Alec Empire

Alec Empire

 

20.10.09 - Grend / Essen

Konzert-Bericht:  Martina

Foto: Martina

 

 

 

Grelles Stroboskoplicht mit einem Gewitter aus Elektrohagel lassen das Mauerwerk beben: „Yeah! Alec Empire are in the house!“ Egal welche Bühne dieser Herr besteigt, zu überhören ist er nie. Die Maschinen für den ohrenbetäubenden Sound werden von Nic Endo in Gang gesetzt. Die Musikerin hat mit ihrem noisigen Electroclash schon die schroffen Beats der gemeinsamen Vorgänger Atari Teenage Riot beeinflusst. Auf ihrem blass geschminkten Gesicht ist auf der rechten Gesichtshälfte das japanische Schriftzeichen für Widerstand kontrastreich in Schwarz aufgemalt - seit Jahren das Markenzeichen der Deutsch-Japanerin. Cool und passend zu der dröhnenden Klanggestaltung bleibt Nic Endo hinter ihren Geräten, verzieht keine Mine, kein Lächeln ist zu sehen. Die Ausstrahlung bleibt unnahbar und geheimnisvoll.

Die Show übernimmt Alec Empire himself. Im schwarz-weiß blitzenden Licht zieht er die Aufmerksamkeit auf sich. In Siegerpose mit einem Bein auf dem Bühnenrand stemmt er selbstsicher den Mikrophonständer in die Höhe. Auch der Frontmann bevorzugt das kühle Gebärdensspiel. Damit es zu den geräuschvollen Beats auch so richtig wütend klingt, wird der Gesang durch einen Verzerrer gepresst. Die Fans der härteren Ton-Schicht tauen bei diesem Techno-Elektro-Punk Angriff mit Leib und Seele auf und lassen sich von dem Sound Clash zum bewegen verleiten. Songs wie „New Man“ und „Addicted To You“ lassen ihnen auch keine andere Wahl. Solche Krachattacken sorgen für das leibliche Wohl der Besucher. Dem dröhnenden Maschinenkrach stehen bei einigen Stücken scharfe Gitarrenklänge zur Seite, die den Sound schreiend aufmotzen. Alec und Nic bedienen die Ohren des Publikums auch mit lautem Antiquariat aus ihrem musikalischen Vorleben und bringen das Grend damit noch mal so richtig zum Zittern.

Doch bevor das Duo mit den ruppigen Tönen endgültig alles zerstört, begibt sich Alec Empire ganz nah zu seinen Fans. Mit erhobener Gitarre schreitet er behutsam im weiß flackernden Scheinwerferflimmern durch den Raum. Alle verhalten sich ruhig, warten was als nächstes passiert. In der Mitte des Saals bleibt Empire mit dem in die Luft gestrecktem Instrument stehen. Die schrillen Geräusche sausen in den Gehörgang, verlassen ihn auch nicht mehr so schnell. Bei dieser Lautstärke kein Wunder. Den Empire Geschädigten macht es nichts. Auf diese Weise klingelt auch nach der Show noch ein Stück der Musik im Ohr.

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www.alec-empire.com

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