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Blackmail

Blackmail

 

30.04.08 - Zeche / Bochum

Konzert-Bericht:  Martina

Foto: Martina

 

 

 

Für die weniger Tanzwütigen, die den letzten Apriltag gerne mit Musik und guter Laune verbringen möchten, jedoch irgendwie anders feiern wollen, ist der Abend mit Blackmail in den Mai genau richtig. Eine ganze Menge Leute haben ebenso gedacht, der Innerraum der Zeche Bochum ist gefüllt mit einem Querbeet-Publikum aus allen Altersschichten. Kein Wunder, denn seit 15 Jahren mischen die Koblenzer mit ihrer Musik die Ohren kräftig durch.

Beträchtlich voll gestellt ist die nicht gerade kleine Bühne der Zeche Bochum. Unter roter Beleuchtung wird auf den Startschuss gewartet. Dieser besteht nicht aus Klängen, sondern aus einem blauen Blitzlichtgewitter. Aufwendige Lichtsäulen verkleiden den Hintergrund, mitten in diesem Lichtspektakel schleichen dich die Blackmails als dunkler Farbtupfer auf die Bühne. Mit aufgedrehten Gitarren scheppert es höllisch laut durch den Raum, die Wände fangen den Lärm auf und drücken ihn komprimiert in die Ohren zurück. Zum blauen Licht zucken weiße Scheinwerfer stotternd im Takt. Ein effektvoller Einstieg, der eigentlich für einen brodelnden Willkommensgruß ausreichen soll. Entweder ist das Bochumer Publikum auf so etwas nicht vorbereitet und es sind zu viele Eindrücke auf einmal. Denn die euphorische Begrüßung bleibt aus. Nur mittelmäßiger Applaus aus dem ersten Drittel der Halle begrüßt die Band. Die restlichen Besucher sind einfach nur anwesend und klatschen weil es sich so gehört.

Sänger Aydo Abay nimmt es gelassen mit Humor und kommentiert mit ironischen Einlagen. Die Spielfreude der Band jedenfalls lässt sich davon nicht aufhalten. „Tempo, Tempo“ heißt nun mal das Motte des heutigen Abends. Und auf Augenhöhe wird davon reichlich geboten. „Feel It Dy By Day“ oder „False Medication“ um nur einige live umgesetzte Höhepunkte des aktuellen Longplayer zu nennen. Mit zunehmender Zeit und Geschwindigkeit der Band taut auch das Publikum immer weiter auf. Die krachenden Beats dröhnen bis in die hinteren Ecken. In den Reihen wird es dichter, die Leute drängen sich aneinander. Mit jedem weiteren Song steigert sich der Zustand der Gesamtverfassung. Vielleicht liegt es auch daran, dass Vitamine in Form von Bananen für einen Powershock sorgen. Sänger Aydo Abay jedenfalls versichert, dass auch er nur noch Wasser trinke. Aber ist Wasser nicht auch im Bier enthalten? Bisher ist schließlich nur von weiblichen Lebewesen bekannt, dass man nach „nur Wasser trinken“ den ganzen Abend wirres Zeug erzählen kann. Sei’s drum, der Gesang klingt einwandfrei - egal mit welchem Getränk und bei welchem Stück. Auch eine für Blackmail eher ruhigere Nummer wie „Shshshame“ kommt gut rüber. Mittlerweile hat die Stimmung das Maximum erreicht. Dennoch werden bereits nach über einer Stunde die Zugaben eingeläutet. Dazu kommt Klangmaterial von „Aerial View“ durch die Lautsprecher auf das Publikum zugefegt. Den Rausschmeißer übernimmt Kurt Ebelhäuser mit seiner Gitarre. Darauf fabriziert er ein Soli, bei dem die Klänge seiner Stromgitarre wie Blitze einschlagen und als Lichtgewitter über die Bühne jagen – grün, weiß, blau und in allen denkbar geometrischen Formen. Augen und Ohren werden gleichzeitig strapaziert. Ein letztes schrilles Riff und der ohrenbetäubende Draht verglüht. Jetzt steht ihm nichts mehr im Wege: der Mai ist gekommen.

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www.blackmail-music.com

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