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Blood Red Shoes

Blood Red Shoes

 

06.05.08 - Lido / Berlin

Konzert-Bericht:  Eric

Foto: Bandfoto

 

 

 

„Brauchst du noch ne Karte? Wir haben eine zuviel!“ Kurz bevor ich das Lido betreten will, werde ich mit dieser Frage von vier Mädchen gestoppt. Ich brauche keine Karte mehr, aber kann es wirklich Leute geben, die nach dem furiosen Debüt-Album der Blood Red Shoes freiwillig auf eine Live-Show der Band verzichten? Was für ein Banause muss man denn sein, um bei der Aussicht auf ein Ticket nicht mindestens auf Knien in die Berliner Cuvrystraße zu rutschen?

Dieser Meinung sind wohl noch ein paar Berliner mehr, denn das brechend volle Lido bietet schon vor dem Auftritt akute Schwitzgefahr. Doch vor dem Duo aus Brighton kommt erstmal Rage Against The Machine. Nein, nicht live, sondern vom Band mit „Killing In The Name“, und zwar in voller Länge! Darauf könnte ich zwar verzichten, aber dann betreten unter ihrem überdimensionalen Band-Logo Laura-Mary Carter und Steven Ansell die Bühne. Eine kurzes Gitarrenriff, dann setzt das Schlagzeug ein und man ist schon mitten drin in „It’s Getting Boring By The Sea“ - wie um gleich zu Anfang zu zeigen, dass die Beiden der besungenen Langeweile und Engstirnigkeit entkommen sind. Auch die Rollen sind klar verteilt: sie ist die kapriziöse, unnahbare Schönheit, die zwar manchmal die Haare schüttelt, sonst aber eher unbeteiligt über die Bühne wandelt. So kommen die meisten Publikumsansagen auch von Steven, der das Rocktier gibt und immer wieder die Drumsticks in die Höhe reckt. Aber wenn einer so etwas machen darf, dann er. Denn eine Energie, wie er hinter den Drums an den Tag legt, hat im Moment nur noch Matt Halders von den Arctic Monkeys zu bieten. So ist Stevens erster Stick bereits nach dem dritten Song „Doesn’t Matter Much“ kaputt geklopft, einem der Highlights des Sets. Desweiteren sind noch „Say Something, Say Anything“, „Take The Weight“ und „I Wish I Was Someone Better“ zu nennen. Nach einem Album nicht anders zu erwarten - nach einer Stunde ist schon Schluss.

Was hat nun der oben genannte Banause verpasst? Auf jeden Fall ein Set, dass die Energie und Wut von „Box Of Secrets“ gut auf die Bühne gebracht hat. Das Zusammenspiel scheint den Blood Red Shoes auch nach wie vor Spaß zu machen. Ach so, verpasst hat er eventuell auch einen temporären Tinnitus – denn für zwei Leute haben die Beiden einen infernalischen Lärm veranstaltet. Aber: Wut ist nun mal nicht leise.

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www.bloodredshoes.co.uk

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