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And Also The Trees

And Also The Trees

 

23.11.07 - Zeche / Bochum

Konzert-Bericht:  Martina

Foto: Martina

 

 

 

Die beängstigende Stille des Abends verbreitet eine unheimliche Atmosphäre. Draußen ist es kalt, die eisige Luft macht den Atem sichtbar. Der Wind schiebt die schwarzen Wolken vor den Mond, so dass er halb verdeckt und nur teilweise sichtbar bleibt. Eine schaurig schöne Stimmung kommt auf - genau das richtige Flair, um sich auf den Weg zu einem And Also The Trees-Konzert zu machen.

Ortswechsel. Viel Nebel weht über die Bühne. Vielleicht weil die Band das aus ihrer englischen Heimat so gewöhnt ist. Kaum sichtbar treten in der Dunkelheit vier Gestalten in feinster Garderobe aus dem Hintergrund hervor. Die Spannung steigt zu den Anfangs Klängen von „Domed“, einem Song vom im November erscheinenden Album “Listen For The Rag And The Bon“. Erst dann schließlich tritt auch Sänger Simon Jones in den Vordergrund, um ohne Begrüßung gekonnt wie professionell loszulegen. Das Publikum haben sie sofort auf ihrer Seite. Denn bei Konzerten wie am heutigen Abend besteht es eh fast ausschließlich aus Hardcore-Fans. Die sind so still, dass der nächste Song „The Beautiful Silence“ glatt das Motto der heutigen Show stellen könnte. Intensiv wird der Musik und dem Gesang zugehört. Beinahe unheimlich die Stille, die den Raum zwischen den Stücken erfüllt. Jede ungewollte Bewegung wird als störend empfunden. Applaus erst dann, wenn wirklich der letzte Ton verhallt ist.

Es gibt natürlich nicht nur Songs vom neuen Album zu hören. And Also The Trees existieren bereits seit 1979 und in dieser Zeit hat sich genügend potentielles Live-Material in den Schubladen der Band angesammelt. Entsprechend ausgewogen präsentieren sie die Setlist, die auch mit Besonderheiten wie „Paradiso“ aufwarten kann und von den Fans jubelnd aufgenommen wird.

Mit großen Gesten trägt Simon die Songs auf seine ganz persönliche Art vor. Die Augen zusammengekniffen, die Hände vor dem Gesicht zu Fäusten geballt, singt er konzentriert die Texte und wirkt dabei als würde er mit seiner Musik verschmelzen.
Ähnlich grandios spielt Justin Jones, einziger Gitarrist in der Band, auf seinem Instrument. Der letzte Song des Abends soll „Rive Drotte“ sein. Nach dieser meisterhaften Stunde bleibt das Rufen nach mehr, viel mehr natürlich nicht aus. Minuten vergehen, als die Bühne schließlich erneut mit Nebelschwaden überflutet wird und die Musiker sichtbare Freude über soviel Begeisterung zeigen. „Scarlet Arch“ bleibt trotz großem Abfeiern das heutige Abschiedslied.

Mit dieser Melodie und vielen beeindruckenden Erinnerungen an das gerade Erlebte, wird der nach Hause Weg sehr angenehm. Selbst die Wolken haben sich verzogen und geben den Blick auf den Vollmond in seiner vollen Pracht frei.

Setlist:

Domed
The Beautiful Silence
Gone... Like The Swallows
The Suffering Of The Stream
Under The Stars
Maps In Her Wrist And Arms
Brother Fear
Paradiso
Candage
Feeling Fine
A Room Lives In Lucy
Shaletown
Rive Drotte

Dialogue
Slow Pulse Boy
There Was A Man Of Double Deed
Virus Meadow
Scarlet Arch

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www.andalsothetrees.co.uk

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