Konzerte

Moke

Moke

The Wombats

 

02.11.07 - Perron55 / Venlo

Konzert-Bericht:  Martina

Foto: Martina

 

 

 

Moke live in Deutschland? Fehlanzeige. Da muss sich der geneigte Hörer schon auf den Weg in die Niederlande machen, denn dort ist die Band ein echter Kassenschlager, wovon dann auch das „Uitverkoopt“-Schild über dem Eingang kündet. Ausverkauft.

Pünktlich um 22 Uhr treten drei Gestalten in das neblig-verräucherte Scheinwerferlicht. Obwohl sie den gleichen Namen tragen, haben diese Wombats mit den Höhlen grabenden Pflanzenfressern nichts gemein. Größer als 120 cm sind sie auch. Unkompliziert legen sie 40 Minuten Powerpop im Vollgastempo hin und verbreiten im Nu gute Laune. Vom Publikum, das in den Niederlanden im Gegensatz zu den bei uns üblichen Konzertbesuchern aus allen Altersschichten zwischen 10 und 60 kommt, werden die Wombats herzlichst gefeiert. Zu dem wohl bekanntesten Song „Let´s Dance To Joy Division“, den hier beinahe jeder mitsingen kann, lassen uns die Wombats nicht in einer düsterer Stimmung verweilen. Nein, er besteht aus flotten, fröhlichen Rhythmen inklusive Mittanzgarantie, die sich schnell auf die Anwesenden überträgt. Bekanntlich ist es Vorgruppen aufs strengste untersagt, Zugaben zu spielen. Auch die liberalen Niederlande machen da keine Ausnahme, doch, so hätten die Zuschauer entscheiden dürfen, die Jungs wären ein weiteres Mal auf die Bühne gestürmt. So aber verabschieden sich die Liverpooler nach einem grandiosen Auftritt mit sichtbar großartigem Gefühl.

Hinter zugezogenem Vorhang wird anschließend schnell für den Hauptact umgebaut, damit die Band zur angekündigten (Quasi-Nachtruhe-) Zeit beginnen kann. Gegen 23.30 Uhr geht das Licht aus, die Atmosphäre wird durch die spürbare Freude der Fans und eine kribbelnde, im Körper aufsteigende Spannung übertragen. Viel Nebel schwebt über die Bühne, die Musiker sind zuerst nur an ihren Umrissen zu erkennen. Mit dem farbigen Licht der Schweinwerfer setzt auch der synthetische Anfang vom „Emigration Song“ ein. Als Sänger Felix Maginn im Rampenlicht zu sehen ist und mit seiner einfühlsamen Stimme die lang gezogenen Textzeilen singt, lassen die Fans ihre aufgestaute Freude in Form von euphorischem Begrüßungsapplaus heraus. In den nächsten Minuten steigen mit „This Plan“ Tempo, Hitze und Stimmung noch mal um einige Grade. Präzise bis perfekt setzen Moke die Songs des aktuellen Albums „Shorland“ in bester Live-Qualität um. Maginns Ansagen sind netterweise in Englisch, damit auch Zugereiste verstehen können.

Die fünf Bandmitglieder wirken durch ihre geschmackvolle Einheitskleidung und den gut gestylten Haaren auch optisch sehr ansprechend. Den ganzen Abend vermitteln Moke so ein Gefühl der Vollkommenheit, es passt einfach alles zusammen. Und Musik können sie auch noch. Egal ob laut oder akustisch, die Stimmung behält ein konstantes Niveau. Auf die Single „Here Comes The Summer“ haben die meisten der mehr oder weniger textsicheren Zuschauer nur gewartet. Die Zeit verfliegt bei soviel Freude und so folgt nach exzellentem Start und Mittelteil ein nicht weniger grandioser Abschluss.

Was wäre passender als mit dem langsamen und von traurigem Gesang getragenen „The Long Way“ das Set zu beenden? Nichts. Und damit wird es heute auch das erste Mal so richtig melancholisch und emotional. Auf dem Album ist der Song vier Minuten lang, in der Live-Version erreicht er nach dieser Zeit erst seinen Höhepunkt, an dem alle Instrumente bis zur Erschöpfung miteinander aufsteigen. Das jetzt grelle, weiße Flutlicht treibt die Gitarren noch mehr an. Der Traum endet abrupt als der vermeintlich letzte Ton ausklingt.

Wer vom Applaus so groß gefeiert wird, ist natürlich nicht unhöflich. Moke kommen zurück und versorgen die Ohren mit wunderbaren akustischen Klängen von „Only One I Had“, bevor sie es noch mal richtig krachen lassen. Kein Wunder, dass Paul Weller von dieser Band so hingerissen ist. Vielleicht gibt es ja auch bald ein Wiedersehen in deutschen Konzerthallen.

Review kommentieren

Neues Thema im Forum

Offizielle Website

www.mokemusic.com

Alle Konzerte

 

 

 

Neue Konzerte

 

Neue Reviews

 

Suche in soundmag.de