
Bei Live-Musik-Lustverspürung am Freitagabend empfiehlt sich meist der schöne Keller des Pretty Vacant. Heute rocken hier The Bishops und ihr Powerpop-Beat das Haus - hört sich doch viel versprechend an. Also auf in die Altstadt. Gleich am Eingang gibt es die Bestätigung, dass der heutige Act in und um Düsseldorf kein Geheimtip mehr zu sein scheint. Rein, durchdrängeln, schnell noch eine Limo runter ins Gewölbe mitnehmen. Der kleine Keller platzt fast aus allen Nähten, jede Nische wird genutzt, um alles im Blick zu haben. Wer auch auf hautnahen Körperkontakt mit Leuten steht, die einem bis vor wenigen Minuten noch unbekannt waren, ist hier optimal aufgehoben.
Wahrscheinlich sind die meisten Eltern der hier Anwesenden in diesem Jahrzehnt geboren, einige Interessierte sehen aus, als hätten sie diese Musik damals bereits selbst mit ausgelebt. Noch mal kurz die Instrumente gecheckt, dann geht es auch los: „Ein freundliches ‚Guten Abend Düsseldorf’! Wir sind die Bishops aus London! Yeah! Es ist unser erster Gig in Düsseldorf.“ Schon die ersten Takte versetzen einen dann auch im Handumdrehen in die 60er Jahre zurück. Die Band gibt Gas, ein gleichbleibend rasantes Tempo bestimmt den ganzen Abend. Songs wie „Higher Now“ und „Breakeaway“ sind Power pur. Sänger und Gitarrist Mike versetzt den treibenden Beats mit übertriebener Mimik eine zusätzliche, sehr eigene Note. Vom Aussehen her erinnern die Brüder Mike und Pete Bishop in ihren schwarzen Anzügen, weißen Hemden und schmalen schwarzen Krawatten an Bands wie The Jam und den Beatles, dagegen ihr Drummer Chris Mc Conville im Ringel T-Shirt eher an den Police-Drummer Stuart Copeland. In ihrer Musik sind Einflüsse von Bands wie The Who oder den Kinks klar zu erkennen. Kein Song dauert länger als drei Minuten.
Trotzdem bringen sie es insgesamt auf eine Stunde gute Laune im Retrosound und verabschieden sich mit der Ankündigung, dass ihr Album erst im Mai erscheint. Eine Stunde ist den Fans aber noch nicht genug und so fordern sie lautstark einen Nachschlag, den sie auch sofort bekommen. Nach zwei Zugabenblocks endet der Abend so mit vielen begeisterten Zuhörern. Das eigene Verlangen nach guter Live Musik wurde vollkommen befriedigt.
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