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The Bluetones

The Bluetones

Mon)tag

 

02.11.06 - Knaack / Berlin

Konzert-Bericht:  Andreas

Foto: Andreas

 

 

 

Es ist am Ende doch ein sehr britischer Abend geworden. Mit Musik und Melodien so englisch wie die Hits der Kinks. Mit einem schlaksigen Sänger, gekleidet in einem im blauen Licht braun schimmernden Anzug, der jedoch, wie aus gesicherter Quelle berichtet, vorher im Bandbus mit Reisebügeleisen von Bluetone Mark Morris selbst geplättet überraschend lachsrosa aussah. Mit einer Band, die sich sorglos durch ihr Greatest Hits-Programm spielt und dabei vergnügter wirkt als Oasis bei der Entgegennahme des letzten Brit-Awards.

Es sind Mon)tag aus Hamburg, die an diesem kühlen Abend, der Berlin für zehn Minuten Schnee beschert, die undankbare Aufgabe haben, vor 20 Menschen im Berliner Knaack den Support zu bestreiten. Anfangs leicht irritiert liefern die drei einen Auftritt, der den Zwiespalt zwischen ihren passablen Melodien und der gekünstelt artikulierenden Stimme von Bassist/Sänger Julian Friedrich noch mal in aller Breite verdeutlicht.

Als die Bluetones die Bühne betreten, hat sich der Raum zwar ausreichend gefüllt, um von der Bühne aus die Sicht auf den Hallenboden zu verdecken, trotzdem scheint das Interesse der angekündigten Band nicht angemessen. Wer in England die großen Hallen bespielt, schafft es hier mit Mühe und Not den wahrscheinlich drittkleinsten Club Berlins zu füllen. Eine Ironie des Schicksals, mit der die Bluetones zu leben gelernt haben. Tatsächlich braucht es inzwischen nur die ersten fünf Takte eines Songs, um zu entscheiden, ob er von den Bluetones stammt oder nicht. Die Band perfektionierte über zwölf Jahre ihren ganz eigenen Sound, der Gerüchten nach kurz davor steht, vom britischen Patentamt eingetragen zu werden. Das zeigt sich auch an diesem Novemberabend. Von den Songs des neuen Albums hangeln sich die Morris-Brüder über den in Deutschland weitestgehend unbekannten, rockigen Vorgänger „Luxembourg“ und Klassiker wie „Keep The Home Fires Burning“ und „If“ bis zu den eigenen Anfängen und dem Song, der laut Mark Morris für die ersten Millionen auf dem Bandkonto sorgte: „Slight Return“. Während sich die anderen drei Mitglieder eher im Hintergrund halten, führt Mark Morris, der mit Scheitel und schelmischem Grinsen jederzeit Versicherungen und Autos verkaufen könnte, witzelnd durch das Programm. Vor allem berichtet er dem Publikum, welchen Song sie wahrscheinlich bereits kennen und wo das unbekannte Neuland beginnt. Als sich doch einige Besucher als „Luxembourg“-Besitzer zu erkennen geben, ist er mehr als überrascht.

Wenn aktuelle Stücke wie „Surrender“ und „My Neighbours House“ von ihrer Eingängigkeit und Melodieverliebtheit den frühen Songs in nichts nachstehen. Wenn selbst das angebliche Ausreißeralbum „Luxembourg“ nur durch rasantere Rhythmen und den Gebrauch eines quietschenden Keyboards ausreißt. Und wenn diese Band – wenn überhaupt – durch zu lange Zwischenpausen negativ auffällt, die in einem mittelmäßig gefüllten Raum schnell zu beängstigender Stille mutieren, dann stellt sich die Frage, warum dieser kleine Klub nicht aus allen Nähten platzt. Die Antwort muss ausbleiben. Mit „The Last Song But One“ und "Bluetonic" endet der kurze und wegen der langen Pause zwischen Abgang und Encore sowie den fehlenden Klatschhänden im Publikum nicht ganz sicher scheinende Zugabenblock „ with a little charme and a lot of style". Very english, indeed.

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www.bluetones.info

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