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Art Brut

Art Brut

iDOE

 

15.09.05 - Roter Salon / Berlin

Konzert-Bericht:  Andreas

Foto: Pressefoto

 

 

 

Der aufdringliche Hinweis AUSVERKAUFT am Eingang zum Roten Salon kündet vom Hype. Die zahlreichen Fragen, ob man denn noch ein Karte übrig habe, ebenso. Art Brut spielen zum zweiten Mal in Berlin, in Zukunft jedoch wahrscheinlich nie wieder in einem Saal mit Wohnzimmergröße.

Bevor die erste Livemusik aus den Boxen drängt, steht die Luft im Roten Salon bereits und an den Fenstern ziehen Wassertropfen beidseits lange Schlieren auf ihrem Weg nach unten. Die Vorband kann ein durchaus innovatives Konzept aufweisen. iDOE sind zu dritt: zwei Gitarristen inklusive eines Ex-Carter USM-Mitglieds, plus ein iPod mit den Rhythmus- und Basissounds für ein knappes Dutzend Songs. Also den Gewitztheitsschalter auf Stufe They Might Be Giants gestellt und das MP3-Gerät auf Shuffle. Der iPod diktiert die Setlist. Meist geradliniger, konventioneller Rock, dazwischen aber auch Reggae- und Polkaanleihen. Was Anfangs durchaus interessant daherkommt, wird nach dem fünften oder sechsten Song leider behäbig. Der Witz rennt sich tot. Dass die beiden aussehen, als ob sie problemlos auch auf Familienfeiern spielen könnten, tut sein übriges.

Um kurz vor zwölf stürmt dann der Hauptact auf die Bühne, inklusive des neuen Gitarristen Jasper Future. „Are you ready Art Brut?“ fragt Sänger Eddie Argos. Als Bestätigung erklingen die ersten Takte von “Formed A Band”. Argos schreit sich in den nächsten 60 Minuten die Lunge aus dem Hals, ist sich für keine Pose auf der Bühne und im Publikum zu schade. Bei „Moving To LA“ knöpft er sich textgetreu das Hemd auf, bei „Emily Kane“, einem Song über ein Mädchen, das er einst vergötterte jedoch nie ansprach, aktualisiert er die Lyrics, denn Emily erschien neulich überraschend auf einem Konzert. Das komplette Album sowie ein Song von Argos alter Band The Art Goblins wird zu Gehör gebracht. Für Zugaben fehlt das nötige Material. Als Entschädigung plaudern die fünf noch lange mit den Fans. Argos offeriert am Ende das nächste Konzert im Februar 2006. Dann in einem größeren Saal. Die Chancen für ein SOLD OUT an der Tür stehen auch dort nicht schlecht. Wer Art Brut sehen möchte, solle sich ranhalten. Denn das zweite, hoffentlich gute Album ist der Schlusspunkt für Art Brut. Das sei sicher!

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www.artbrut.org.uk

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